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Mario Draghi
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Mario Draghi [] (* 3. September 1947 in Rom) ist ein italienischer Wirtschaftswissenschaftler und Zentralbanker, der vom 13. Februar 2021 bis zum 22. Oktober 2022 italienischer Ministerpräsident war.cite-ref-0-1-0[1]cite-ref-2[2] Zuvor war er vom 16. Januar 2006 bis zum 31. Oktober 2011 Gouverneur der Banca dâItalia und vom 1. November 2011 bis zum 31. Oktober 2019 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).cite-ref-3[3]
Nach einer Karriere als akademischer Ăkonom in Italien arbeitete Draghi in den 1980er Jahren fĂźr die Weltbank in Washington, D.C. und kehrte 1991 nach Rom zurĂźck, um Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums zu werden. Nach zehn Jahren wechselte er zu Goldman Sachs und blieb dort bis zu seiner Ernennung zum Gouverneur der Banca dâItalia. In seine Amtszeit als Gouverneur fiel die GroĂe Rezession.cite-ref-4[4] Er war auĂerdem der erste Vorsitzende des Financial Stability Board.cite-ref-5[5] Draghi verlieĂ beide Rollen 2011 nach seiner Ernennung zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank durch die Europäische Kommission.cite-ref-0-1-1[1] Er leitete die Institution während der Eurokrise und wurde in ganz Europa berĂźhmt, als er 2012 in einer Rede in London ankĂźndigte, alles zu tun, um das Scheitern des Euro zu verhindern (âWhatever it takesâ).cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] Im Jahr 2014 wurde Draghi von Forbes als âachtmächtigste Person der Weltâ gelistet.cite-ref-8[8] 2015 stufte ihn Fortune als âzweitgrĂśĂten politischen FĂźhrer der Weltâ ein.cite-ref-9[9] Im Mai 2019 bezeichnete Paul Krugman ihn als âgrĂśĂten Zentralbanker der Neuzeitâ.cite-ref-10[10] DarĂźber hinaus gilt er dank seiner Geldpolitik während der Eurokrise weithin als der âRetter des Euroâ.cite-ref-11[11]
Im Februar 2021 wurde Draghi nach dem RĂźcktritt von Giuseppe Conte von Präsident Sergio Mattarella aufgefordert, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Lega (Lega), der FĂźnf-Sterne-Bewegung (M5S), der Demokratischen Partei (PD) und Forza Italia (FI) wurde Draghi am 11. Februar als Ministerpräsident vereidigt und versprach die effektive Implementierung des COVID-19-Wiederaufbaufonds.cite-ref-1-12-0[12] Draghi wurde während seiner Zeit als Ministerpräsident in Meinungsumfragen in Italien hoch bewertet â The Economist ernannte Italien 2021 zum âLand des Jahresâ und hob Draghis politische FĂźhrung als zentral fĂźr die Auszeichnung hervor.cite-ref-13[13]
Wegen einer Regierungskrise und verlorener Misstrauensvoten kßndigte Draghi im Juli 2022 seinen Rßcktritt an. Präsident Mattarella akzeptierte den Rßcktritt und Draghi blieb bis zu den Neuwahlen im September 2022 geschäftsfßhrend im Amt.cite-ref-14[14] Seine Nachfolgerin wurde am 22. Oktober 2022 Giorgia Meloni.cite-ref-15[15]
Contents
⢠Herkunft
⢠Ausbildung
⢠Amtszeit
⢠Privatleben
⢠Kritik
⢠Nationalbanker
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
FrĂźher Werdegang
Herkunft
Mario Draghi wurde am 3. September 1947 in Rom geboren.cite-ref-ecb-cv-16-0[16] Sein Vater Carlo, gebßrtig aus Padua, war seit 1922 fßr die italienische Zentralbank tätig und wechselte zunächst zum Istituto per la Ricostruzione Industriale (IRI) und dann zur Banca Nazionale del Lavoro (BNL). Seine Mutter, Gilda Mancini, gebßrtig aus Monteverde (Avellino), war Apothekerin.cite-ref-munzinger-17-0[17]cite-ref-dinmore-atkins-18-0[18] Er hat zwei jßngere Geschwister, die Kunsthistorikerin Andreina und den Unternehmer Marcello.cite-ref-ilgiorno-19-0[19] Als Draghi fßnfzehn Jahre alt war, starb sein Vater und kurz darauf auch seine Mutter.cite-ref-munzinger-17-1[17] Als Waise wurde er eine Weile lang in dieser Zeit von einer Schwester des Vaters aufgezogen.cite-ref-dinmore-atkins-18-1[18] Er selbst ßbernahm frßh Verantwortung fßr seine jßngeren Geschwister.cite-ref-20[20]cite-ref-ilgiorno-19-1[19]
Ausbildung
Er besuchte das von den Jesuiten gefĂźhrte Istituto Massimo, eine katholische Privatschule in Rom.cite-ref-munzinger-17-2[17] Draghi war Klassenkamerad von Luca Cordero di Montezemolo und Giancarlo Magalli.cite-ref-ilgiorno-19-2[19]
Nach dem Ende seiner Schulzeit studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität La Sapienza in seiner Heimatstadt, unter anderem bei Federico Caffè (1914â1987), einem populären Ăkonomen der keynesianischen Schule.cite-ref-dinmore-atkins-18-2[18] Das Studium schloss er 1970 ab.cite-ref-ecb-cv-16-1[16]
FĂźr seine Promotion wechselte Draghi im Anschluss an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA), wo er ein Stipendium erhielt.cite-ref-thomas-ewing-21-0[21] Am MIT studierte Draghi unter dem späteren Wirtschaftsnobelpreisträger Franco Modigliani, besuchte Veranstaltungen von Rudiger Dornbusch und lernte den späteren Gouverneur der israelischen Zentralbank, Stanley Fischer, kennen, mit dem er auch lange Ăźber seine Promotion hinaus in Verbindung bleiben sollte.cite-ref-thomas-ewing-21-1[21] Mit seiner von Robert M. Solow ko-betreuten Arbeit âEssays on Economic Theory and Applicationsâ wurde Draghi 1977 schlieĂlich bei Modigliani zum Ph.D. der Wirtschaftswissenschaften promoviert.cite-ref-ecb-cv-16-2[16]cite-ref-22[22] Darin befasste er sich unter anderem mit den theoretischen Grundlagen der Währungsabwertung sowie mit dem Verhältnis von kurzfristiger Stabilisierungspolitik und langfristigen Planungszielen.cite-ref-23[23] Draghi war der erste italienische StaatsbĂźrger, dem am MIT ein Doktorgrad verliehen wurde.cite-ref-dinmore-atkins-18-3[18]
Berufliche Laufbahn bis 2005
Von 1975 bis 1981 war Draghi als Dozent fĂźr Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Trient, Padua und Venedig tätig, ehe er 1981 auf eine Professur fĂźr Wirtschaftswissenschaften und Währungspolitik an der Universität Florenz berufen wurde.cite-ref-ecb-cv-16-3[16]cite-ref-munzinger-17-3[17] Während seiner florentiner Zeit war Draghi zwischen 1984 und 1990 auch italienischer Exekutivdirektor der Weltbank.cite-ref-ecb-cv-16-4[16]cite-ref-munzinger-17-4[17] 1991 legte er seine Professur schlieĂlich nieder und wechselte als Generaldirektor ins italienische Finanzministerium.cite-ref-ecb-cv-16-5[16]cite-ref-munzinger-17-5[17]
Um die Jahrtausendwende warb die italienische Regierung dafĂźr, Draghi in der Nachfolge von Michel Camdessus zum geschäftsfĂźhrenden Direktor des Internationalen Währungsfonds zu berufen.cite-ref-24[24] Die Personalie stieĂ bei vielen anderen europäischen Regierungen aber auf Skepsis, vor allem weil mit Romano Prodi bereits ein anderer Italiener gerade erst die Präsidentschaft der Europäischen Kommission Ăźbernommen hatte.cite-ref-25[25] Der Posten des IWF-Direktors ging schlieĂlich an den Deutschen Horst KĂśhler.
Im Mai 2000 Ăźbernahm Draghi den Vorsitz des Wirtschafts- und Finanzausschusses der Europäischen Union.cite-ref-26[26] In dieser Funktion sollte er jedoch nur kurze Zeit verbleiben: Ende 2001 trat er nach knapp zehnjähriger Amtszeit als Generaldirektor des Finanzministeriums zurĂźck.cite-ref-blitz-27-0[27] Während seiner Amtszeit war Draghi federfĂźhrend fĂźr die Umsetzung des bis dato grĂśĂten Privatisierungsprogramms in der Europäischen Union auĂerhalb GroĂbritanniens verantwortlich.cite-ref-larsen-blitz-28-0[28]cite-ref-29[29] Mit ihm sollten â letztlich erfolgreich â die italienischen Staatsfinanzen in Form gebracht werden, damit das Land im Jahr 1999 die Umstellung auf den Euro vollziehen konnte.cite-ref-simsdec-30-0[30] Ein Ausschuss unter seiner FĂźhrung erneuerte Ăźberdies das italienische Gesetz fĂźr Ăbernahmen bĂśrsennotierter Gesellschaften (das Gesetz wird umgangssprachlich auch als âLegge Draghiâ bezeichnet).cite-ref-tkb-31-0[31] Draghi erwarb sich in dieser Zeit weltweit beträchtliches Renommee.cite-ref-larsen-blitz-28-1[28]cite-ref-simsdec-30-1[30]cite-ref-tkb-31-1[31] Von verschiedenen Seiten erfuhr er jedoch auch Kritik fĂźr den Ablauf der Privatisierung der Telecom Italia.cite-ref-blitz-27-1[27] Der Verkauf der rund 45-prozentigen staatlichen Beteiligung an dem Unternehmen â bis dato die grĂśĂte einzelne je in Europa durchgefĂźhrte Privatisierungcite-ref-32[32] â hatte in den Leitungsgremien des Hauses Ăźber viele Monate hinweg erhebliche FĂźhrungsquerelen nach sich gezogen, fĂźr die Kritiker vor allem Planungsfehler der Regierung verantwortlich machten.cite-ref-blitz-27-2[27]cite-ref-33[33]
Nach seinem Abschied vom Finanzministerium wurde Draghi im Jahr 2002 Managing Director und Vizepräsident der Investmentbank Goldman Sachs International in London.cite-ref-ecb-cv-16-6[16]cite-ref-34[34] Dort blieb er bis 2005.cite-ref-ecb-cv-16-7[16]
Gouverneur der italienischen Notenbank (2006â2011)
Ernennung und Programm
Ende 2005 wurde Draghi als Nachfolger von Antonio Fazio zum kĂźnftigen Gouverneur der italienischen Notenbank (Banca dâItalia) ernannt.cite-ref-tkb-31-2[31] Fazio hatte erst zehn Tage zuvor â nachdem er sich lange Zeit RĂźcktrittsforderungen widersetzt hatte â sein Amt niedergelegt. Gegen ihn war wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs und geheimer Absprachen mit inländischen Bietern bei mehreren BankĂźbernahmen staatsanwaltlich ermittelt worden; auĂerdem stand er im Verdacht, während seiner insgesamt zwĂślfjährigen Amtszeit kostspielige Geschenke von Bankhäusern angenommen zu haben.cite-ref-tkb-31-3[31] Dies hatte das Ansehen der Notenbank in der BevĂślkerung und in Investorenkreisen stark beschädigt.cite-ref-tkb-31-4[31]cite-ref-barber-35-0[35] Mit Draghi verband die Politik vor diesem Hintergrund die Hoffnung, das Image der Bank wieder aufzubessern. Seine Ernennung wurde sowohl von der Regierung als auch von der Opposition getragen â was wohl auch deshalb mĂśglich war, weil sich Draghi zuvor nie parteipolitisch positioniert hatte.cite-ref-barber-35-1[35]cite-ref-36[36] Im Januar 2006 trat Draghi sein Amt an.cite-ref-37[37] FĂźr ihn galt als erstes die neue Amtszeitbegrenzung auf sechs Jahre (mit der Option auf einmalige Verlängerung um weitere sechs Jahre), die das Kabinett am Tag nach Fazios Ausscheiden verabschiedete.cite-ref-38[38]
Auf seinem neuen Posten positionierte sich Draghi frĂźh zugunsten liberaler Reformen des italienischen Staates und der Wirtschaft. Anlässlich der ersten jährlichen Pressekonferenz der Notenbank unter seiner Ăgide plädierte er gegen staatlichen Interventionismus und forderte eine Beseitigung von Wachstumshemmnissen, eine Reduktion der Neuverschuldung, einen Abbau von BĂźrokratie, eine ErhĂśhung des Pensionsalters sowie die Absenkung der Abgabenlast auf Lohneinkommen.cite-ref-39[39] In Abgrenzung zu seinem Vorgänger, der die â in Italien mit weitgehenden regulatorischen Kompetenzen ausgestattete â Zentralbank bei Fusions- und Ăbernahmevorhaben im Bankensektor äuĂerst robust auftreten lieĂ, um insbesondere eine Einflussnahme aus dem Ausland zu verhindern, sah Draghi in einem zurĂźckhaltenderen Vorgehen der Bank eine Chance, die im europäischen Vergleich niedrige Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Bankenlandschaft zu verbessern.cite-ref-40[40] Hierbei rief er die Geschäftsbanken auch explizit zur Offenheit gegenĂźber ZusammenschlĂźssen mit ausländischen Häusern auf.cite-ref-41[41] Um die Konsolidierung des Bankensektors zu intensivieren, schaffte die Notenbank unter Draghi das Vetorecht, das sie sich bei ZusammenschlĂźssen im Finanzsektor bislang ausbedungen hatte, ab.cite-ref-42[42] Bereits zum Ende von Draghis erstem Amtsjahr lĂśste dies in Italien eine âKonsolidierungswelleâ (Neue ZĂźrcher Zeitung) aus.cite-ref-43[43] Einen HĂśhepunkt erfuhr der Konsolidierungsprozess mit dem Zusammenschluss zwischen Unicredit und Capitalia zu einem der zehn grĂśĂten Finanzkonzerne weltweit.cite-ref-44[44]
Innerhalb der Banca dâItalia selbst nahm sich Draghi vor, das bei AmtsĂźbernahme weit verzweigte Filialnetz der Bank um die Hälfte auf rund 50 Niederlassungen auszudĂźnnen und die verbliebenen Niederlassungen von Generaldienstleistern zu spezialisierten AuĂenstellen umzubauen.cite-ref-kort-45-0[45] Dies lĂśste Widerstände bei Mitarbeitern, Gewerkschaften und in den betroffenen Regionen aus.cite-ref-kort-45-1[45]
Finanzstabilitätsrat
Während seiner Amtszeit als italienischer Notenbankchef war Draghi auch Vorsitzender des Forum fĂźr Finanzstabilität sowie von dessen aufgewertetem Nachfolger, dem Finanzstabilitätsrat (FSB).cite-ref-ecb-cv-16-8[16] Aufgabe des Rates ist es, auf internationaler Ebene die Arbeit der nationalen FinanzaufsichtsbehĂśrden sowie der Institutionen, die internationale Regulierungsstandards fĂźr das Finanzwesen setzen, zu koordinieren.cite-ref-46[46] Gerade auch in dieser Funktion stand Draghi während der 2007 auf dem amerikanischen Subprime-Markt einsetzenden globalen Finanzkrise im Licht der Ăffentlichkeit. Nachdem sich die geldpolitischen Transmissionskanäle der EZB im Laufe des Jahres 2008 als zunehmend dysfunktional erwiesen hatten, sprach sich Draghi im Oktober 2008 als eines der ersten Mitglieder im EZB-Direktorium Ăśffentlich fĂźr die Pläne einiger europäischer Regierungen aus, der Rezession auch durch staatliche Mehrausgaben entgegenzuwirken.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] Als FSB-Vorsitzender mahnte er Mitte 2009 an, dass die Bereinigung der Bankbilanzen zu Ende gebracht werden mĂźsse. Das Reparieren des Bankensektors und eine nachhaltige Besserung der wirtschaftlichen Lage sah Draghi dabei als Voraussetzung fĂźr einen im Anschluss einzuleitenden restriktiveren geldpolitischen Kurs.cite-ref-49[49] Im Herbst 2009 einigte sich der FSB unter Draghi darauf, die von Banken ausgezahlten Bonuszahlungen an ihre Beschäftigten zu beschränken, solange die Häuser nicht strengere Kapitalanforderungen erfĂźllen. Draghi bezeichnete die MaĂnahme damals als das âwichtigste Projekt, das wir verfolgenâ.cite-ref-50[50]
Mahner der nationalen Stabilität
Die italienische Volkswirtschaft durchlief 2009 eine Rezession; im Vergleich zum Vorjahr ging die Wirtschaftsleistung um rund 6 Prozent zurĂźck.cite-ref-02-51-0[51] Anfang 2009 sprach sich Draghi in dieser Situation scharf gegen ein Vorhaben des italienischen Finanzministeriums aus, Verwaltungsbeamten (Präfekten) in Krisenzeiten ein Mitspracherecht bei der Kreditvergabe privater Banken zu geben. Draghi kritisierte vor dem Parlament, durch einen solchen Schritt wĂźrden Kreditvergabeentscheidungen lokalpolitischen Erwägungen unterworfen und die Unabhängigkeit der Kreditvergabe unterminiert.cite-ref-52[52] Zugleich rief er die Banken dazu auf, sich angesichts der angespannten Wirtschaftslage des Landes auf die Werte rĂźckzubesinnen, die den Wirtschaftsboom der 1950er und 1960er Jahre ermĂśglicht hätten. So warb er insbesondere dafĂźr, sich die Kreditpolitik der Banker von damals zum Vorbild zu nehmen und â angesichts der auĂergewĂśhnlichen aktuellen Wirtschaftslage â bei der Bestimmung der KreditwĂźrdigkeit mit âWeitsichtâ zu agieren, ohne jedoch auf essentielle BonitätsprĂźfungen zu verzichten.cite-ref-53[53] Damit suchte Draghi eine BrĂźcke zwischen den Forderungen von Regierungsseite nach einer mĂśglichst expansiven Kreditvergabe einerseits und BefĂźrchtungen, die zu freigiebige Kreditgewährung in der Krise fĂźhre zu einer Aufblähung des Subprime-Segments und gefährde so das Bankensystem insgesamt, zu schlagen.cite-ref-54[54] Anfang 2010 forderte er die italienischen Banken auf, sich in diesem Jahr (in dem sich eine Erholung der italienischen Wirtschaft abzeichnete) mit DividendenausschĂźttungen zurĂźckzuhalten und stattdessen ihre Eigenmittel zu erhĂśhen.cite-ref-55[55]
Abseits der Finanzpolitik blieb Draghi Ăźber seine gesamte Amtszeit hinweg dabei, das Unterlassen von aus seiner Sicht erforderlichen Strukturreformen durch die Regierung zu monieren. Im Herbst 2009 bekräftigte er so etwa seine Forderung, das Pensionsalter substanziell heraufzusetzen und die Arbeitslosenversicherung, in der Millionen von Arbeitnehmern Ăźberhaupt nicht oder nur ungenĂźgend erfasst seien, zu reformieren. Auch solle der Arbeitsmarkt endlich effizienter organisiert werden.cite-ref-56[56] Die gerade einsetzende Griechische Staatsschuldenkrise nahm er Mitte 2010 zum Anlass, zu betonen, dass diese die Dringlichkeit von Strukturreformen in Italien noch erhĂśht habe.cite-ref-02-51-1[51] In einem Gastbeitrag fĂźr die Financial Times resĂźmierte Draghi im Herbst 2010 seine Lehren aus der globalen Finanzkrise:cite-ref-57[57] Die Krise habe deutlich gemacht, dass Risiken unterschätzt und das AusmaĂ der Risikostreuung Ăźberschätzt worden seien. Das Bail-out der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers werde das letzte seiner Art bleiben, da die Ăffentlichkeit weitere staatliche Rettungsaktionen dieser Art âweder akzeptieren wird noch akzeptieren sollteâ â die Too-big-to-fail-Stellung einiger als systemrelevant eingeschätzter Institute in den Griff zu bekommen, sei daher der nächste zentrale Schritt bei der Reformierung des Finanzsystems. Die Verlustausgleichsfähigkeit systemrelevanter Häuser mĂźsse deutlich strengeren Anforderungen genĂźgen als die fĂźr alle Banken geltenden Minimalstandards es vorschreiben und es mĂźsse ein globales Abwicklungsregime fĂźr systemrelevante Institutionen konzipiert werden. Zudem mĂźsse die systemweite Aufsicht gestärkt werden, um Risiken wie dem der Aufsichtsarbitrage im Schattenbankensystem, die in der Finanzmarktkrise eine wichtige Rolle gespielt habe, frĂźhzeitig zu erkennen.
Anfang 2011 rief Draghi die italienischen Banken eindringlich dazu auf, in Hinblick auf anstehende europaweite Stresstests des Bankensystems ihre Eigenmittel zu erhÜhen.cite-ref-58[58] In der Folgezeit nahmen eine Reihe von italienischen Banken teils erhebliche Summen an zusätzlichem Kapitel auf.cite-ref-59[59]
EZB-Präsidentschaft (2011â2019)
Vorfeld der Ernennung
Die italienische Regierung brachte Draghi bereits frĂźh â knapp zwei Jahre vor dem regulären Amtsende von Jean-Claude Trichet â Ăśffentlich als dessen Nachfolger ins Spiel: AuĂenminister Frattini sprach im September 2009 von einer âEhreâ fĂźr Italien, sollte Draghi die Nachfolge Trichets antreten.cite-ref-60[60] Gleichzeitig regte sich auch auf deutscher Seite Interesse an der EZB-Präsidentschaft.cite-ref-61[61]cite-ref-12-62-0[62] Schon bald wurde allgemein von einem Zweikampf zwischen Draghi und dem damaligen Chef der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, ausgegangen.cite-ref-12-62-1[62]cite-ref-63[63]cite-ref-64[64] Als Anfang 2010 mit VĂtor Constâncio ein anderer SĂźdeuropäer Vizepräsident der EZB wurde, sahen Beobachter darin zunächst einen Dämpfer fĂźr Draghis Chancen auf den Spitzenposten.cite-ref-65[65] Im Februar 2011 kĂźndigte dann allerdings Weber Ăźberraschend seine vorzeitige Demission als Bundesbankpräsident an und bestätigte wenig später, auch fĂźr das Spitzenamt in der EZB nicht zur VerfĂźgung zu stehen.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67] Daraufhin wurden Ăberlegungen laut, ob Deutschland einen anderen Kandidaten portieren sollte â gerade in der deutschen BevĂślkerung bestanden gegen Draghi wegen seiner italienischen Herkunft Vorbehalte: Die historisch mit Abwertung und Inflation assoziierte Geldpolitik der italienischen Notenbank lieĂ einige mutmaĂen, Draghi werde die EZB einem ähnlichen Kurs unterwerfen und so die deutsche Wirtschaft gefährden.cite-ref-68[68]cite-ref-69[69] Nachdem der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble verlauten lieĂ, keinen neuen Kandidaten in Bereitschaft zu halten, stellte sich der franzĂśsische Präsident Nicolas Sarkozy Ende April auch offiziell hinter eine Kandidatur Draghis.cite-ref-70[70] Zwei Wochen später erklärte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die deutsche Seite eine Bewerbung Draghis ebenfalls unterstĂźtzen wĂźrde.cite-ref-71[71]
Anfang Juni 2011 erklärten der EZB-Rat sowie der Ausschuss fĂźr Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments ihre UnterstĂźtzung fĂźr Draghi.cite-ref-72[72] Am 24. Juni 2011 beschloss der Europäische Rat seine Ernennung als EZB-Präsident fĂźr eine achtjährige Amtszeit.cite-ref-73[73] Vorausgegangen war ein Streit zwischen der franzĂśsischen und der italienischen Regierung. Der franzĂśsische Präsident Sarkozy drohte bis zuletzt, Draghis Ernennung zu verzĂśgern, da fortan zwei Italiener, aber kein Franzose mehr im EZB-Direktorium vertreten sein wĂźrden.cite-ref-03-74-0[74] Offenbar war Sarkozys UnterstĂźtzung fĂźr Draghi an eine Zusage der italienischen Seite geknĂźpft, das italienische Direktoriumsmitglied Bini Smaghi zum RĂźcktritt zu bewegen.cite-ref-03-74-1[74]cite-ref-75[75] Smaghi, dessen Amtszeit regulär erst 2013 geendet hätte, lehnte eine Amtsniederlegung jedoch wochenlang unter Hinweis auf die politische Unabhängigkeit der EZB ab.cite-ref-03-74-2[74] Kurz vor dem EU-Gipfel erneuerten Sarkozy und Berlusconi auch Ăśffentlich ihre RĂźcktrittsforderungen, woraufhin Smaghi schlieĂlich einlenkte und in Aussicht stellte, zum Jahresende aus dem Gremium auszuscheiden.cite-ref-03-74-3[74] Sein Nachfolger wurde später BenoĂŽt CĹurĂŠ.
Am 1. November 2011 trat Draghi die EZB-Präsidentschaft an.cite-ref-76[76]
Amtszeit
Während der Eurokrise wankte das Bankensystem, und die Renditeaufschläge, die einige krisengeschĂźttelte Euroländer auf ihre Bonds zahlen mussten, schossen in die HĂśhe; in der Ăffentlichkeit ging die Angst vor einem Zusammenbruch der Europäischen Währungsunion um. Auf dem HĂśhepunkt der Krise sorgte Draghi fĂźr eine Kehrtwende, indem er am 26. Juli 2012 während einer Rede in London versicherte, âalles Notwendigeâ (Whatever it takes) zu tun, um den Euro zu erhalten, und im Notfall den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ankĂźndigte. Diese Aussage gilt als Wendepunkt in der Krise, da sich die Finanzmärkte daraufhin beruhigten, siehe Draghi-Effekt.cite-ref-77[77]cite-ref-78[78] Allein die AnkĂźndigung sorgte fĂźr eine Stabilisierung der Finanzmärkte. Die Frage, ob diese Outright Monetary Transactions (OMT) rechtlich zulässig und mit dem Mandat der EZB vereinbar sind, wurde in Deutschland kontrovers diskutiert. 2015 wurde sie vom Europäischen Gerichtshof bejaht,cite-ref-79[79] 2016 daran anschlieĂend vom Bundesverfassungsgericht bedingt bejaht.cite-ref-80[80]
Unmittelbar vor der Parlamentswahl in Griechenland im Januar 2015 warnte Draghi die Regierungen der Eurozone, dass verschleppte Strukturreformen in diesem Mitgliedsland das Risiko seines Ausscheidens aus dem Euro erhĂśhten.cite-ref-81[81]
Seine Amtszeit, die durch eine dauerhafte Niedrigzinspolitik der EZB gekennzeichnet ist, endete am 31. Oktober 2019. Seine Nachfolge trat Christine Lagarde an.cite-ref-82[82]
Amtszeit als Ministerpräsident
Im Verlauf der COVID-19-Pandemie in Italien wurden Ende April 2020 Spekulationen laut, dass Mario Draghi Ministerpräsident Giuseppe Conte ablĂśsen und einer neuen Technokratenregierung der ânationalen Einheitâ in der Krise vorstehen kĂśnnte. Als Vorbild hierfĂźr gilt Mario Monti, der die FĂźhrung des Landes während der Weltfinanzkrise Ăźbernahm.cite-ref-83[83] Im Januar 2021 zerbrach das RegierungsbĂźndnis, und Conte erklärte seinen RĂźcktritt.
Staatspräsident Sergio Mattarella sprach sich gegen Neuwahlen während der COVID-19-Pandemie aus und beauftragte Draghi, eine Regierung (Kabinett Draghi) aufzustellen, welche am 12. Februar 2021 gebildetcite-ref-1-12-1[12]cite-ref-2-84-0[84] und am 13. Februar 2021 vereidigt wurde. Diese Regierung der nationalen Einheit wird insbesondere von den Parteien Movimento 5 Stelle, Partito Democratico, Lega und Forza Italia getragen.
Mattarella machte deutlich, dass er nur eine Regierung akzeptieren werde, die nicht die parteipolitischen Machtverhältnisse widerspiegelte, sondern die sich der notwendigen nationalen Kraftanstrengung verpflichtet fĂźhlt. Tatsächlich ist keiner der Vorsitzenden der groĂen Parteien Minister in Draghis Kabinett.cite-ref-85[85]
Draghi galt zeitweise als Favorit bei der Wahl des Staatspräsidenten Anfang 2022.cite-ref-86[86]
Am 14. Juli 2022 gab Draghi nach einem Streit mit der Movimento 5 Stelle seinen Rßcktritt bekannt. Diesen lehnte Staatspräsident Mattarella jedoch ab.cite-ref-87[87]cite-ref-88[88] Am 21. Juli 2022 reichte Draghi erneut seinen Rßcktritt ein; Mattarella nahm ihn an. Die Regierung Draghi soll geschäftsfßhrend im Amt bleiben.cite-ref-89[89]
Berichterstatter der EU-Kommission
Im Jahr 2023 wurde Mario Draghi von der EU-Kommission beauftragt, einen Bericht zur Zukunft der Europäischen Union zu erstellen. Der Bericht mit dem Titel The Future of European Competitiveness. Part A: A Competitiveness Strategy for Europe wurde im September 2024 verĂśffentlicht.cite-ref-90[90] In dem Bericht werden die Herausforderungen benannt, denen die EU im globalen Wettbewerb gegenĂźbersteht, insbesondere im Vergleich zu den USA und China. Die EU habe in den letzten Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren, insbesondere in Technologiebranchen wie der KĂźnstlichen Intelligenz (KI).cite-ref-91[91] Der Bericht beziffert den Bedarf an Investitionen mit 750 bis 800 Milliarden Euro pro Jahr, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu sichern. Diese Investitionen sollen in die Bereiche Technologie, Verteidigung und Dekarbonisierung flieĂen. Zur Finanzierung schlägt der Bericht die MĂśglichkeit gemeinschaftlicher Schuldtitel vor, ähnlich den MaĂnahmen während der Corona-Pandemie.cite-ref-92[92] Um die Fragmentierung der europäischen Wirtschaft im Vergleich zu den USA und China zu Ăźberwinden, empfiehlt der Bericht eine ĂberprĂźfung der Wettbewerbspolitik, um Fusionen zu erleichtern und das Wachstum von Unternehmen zu fĂśrdern.cite-ref-93[93]cite-ref-94[94]
Ehrungen und Auszeichnungen
⢠1991: Verdienstorden der Italienischen Republik (GroĂoffizier)cite-ref-95[95]
⢠2019: Orden des Infanten Dom Henrique (Offizier)cite-ref-98[98]
⢠2020: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (GroĂkreuz)cite-ref-99[99]cite-ref-100[100]
⢠2020: Ordentliches Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.cite-ref-101[101]
⢠2020: Antonio-Feltrinelli-Preis in der Kategorie âInternationalâcite-ref-102[102]
⢠2025: Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Kategorie "Internationale Zusammenarbeit".cite-ref-103[103]
Universitäten und Hochschulen
⢠2004: Honoris causa (Business Administration) der MIB Trieste School of Management, Triestcite-ref-104[104]
⢠2009: Honoris causa (Statistische Wissenschaften) der Universität Paduacite-ref-105[105]
⢠2013: Ehrendoktorwßrde (Politikwissenschaft) der Libera Università Internazionale degli Studi Sociali, Romcite-ref-107[107]
⢠2017: Ehrendoktorwßrde der Universität Tel Avivcite-ref-108[108]
⢠2018: EhrendoktorwĂźrde (Wirtschaftswissenschaft) der Scuola Superiore SantâAnna, Pisacite-ref-109[109]
⢠2018: Honoris causa (Rechtswissenschaft) der Universität Bolognacite-ref-110[110]
⢠2019: Honoris causa (Wirtschaftswissenschaft) der Katholischen Universität vom Heiligen Herzencite-ref-111[111]
Ăffentliche Auftritte
Draghi galt während seiner Zeit als EZB-Präsident als sehr zurßckhaltend in Bezug auf Auftritte, Interviews und Selbstdarstellung. Draghi nahm mehrmals an der Bilderberg-Konferenz teil.cite-ref-bilanz-112-0[112]
Privatleben
Draghi ist katholisch und ein Bewunderer von Ignatius von Loyola.cite-ref-ilgiorno-19-3[19] Er ist verheiratet mit Maria Serenella Cappello, einer Expertin fĂźr englische Literatur. Aus der Ehe stammen zwei erwachsene Kinder.cite-ref-bilanz-112-1[112]cite-ref-ilgiorno-19-4[19]
Kritik
EZB-Präsidentschaft
Bereits während seiner Kandidatur zur EZB-Präsidentschaft im Jahr 2011 kamen kritische Stimmen auf, die Draghis Rolle bei der Verschleierung des krisenhaften Zustandes der griechischen Staatsfinanzen durch die griechische Regierung und Goldman Sachs mit Hilfe von off-market swaps hinterfragten. Draghi, der von 2002 bis 2005 fßr Goldman Sachs in London arbeitete, stritt im Juni 2011 jegliche Beteiligung ab und sagte, diese Dinge seien vor seiner Zeit geschehen.cite-ref-113[113] 2012 kamen erneut Stimmen auf, die insbesondere Draghis vormalige Tätigkeit bei Goldman Sachs als Interessenkonflikt werteten sowie die Tätigkeit seines Sohnes Giacomo Draghi als Zinshändler bei Morgan Stanley in London.cite-ref-114[114] Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 29. November 2012 verweigerte die EZB die VerÜffentlichung von Dokumenten, die Einzelheiten zu den Credit Swaps enthielten.cite-ref-115[115]cite-ref-lachmann-116-0[116]
Nationalbanker
Anfang 2013 geriet Draghi im Zuge der Skandale um die Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) in die Kritik:cite-ref-117[117] Es wurde bekannt, dass noch unter der FĂźhrung Draghis als Gouverneur der italienischen Zentralbank die MPS äuĂerst riskante Geschäfte tätigte und die Zentralbank noch im Oktober 2011 der damals strauchelnden MPS einen wertpapierbesicherten Kredit in HĂśhe von 2 Milliarden Euro gab, aber weder Ăffentlichkeit noch das italienische Parlament darĂźber informierte. Durch diese geheime Rettung der MPS landete zweifelhafter Wertpapierschrott bei der italienischen Zentralbank und die MPS erhielt dafĂźr im Gegenzug Staatsanleihen, deren Zins- und Schuldendienst vom Steuerzahler getragen wird. Draghi wird vorgeworfen, damit den Grundstein fĂźr ein europäisches Schattenbankensystem unter FĂźhrung der nationalen Notenbanken gelegt zu haben â ein System, das hauptsächlich dafĂźr geschaffen worden sei, Geschäftsbanken und ihre EigentĂźmer auf Kosten der Steuerzahler vor Insolvenz bzw. Verstaatlichung zu schĂźtzen.
Zu diesem Zeitpunkt stand die EZB kurz davor, die Bankenaufsicht in der Euro-Zone nach italienischem Vorbild zu Ăźbernehmen.cite-ref-118[118]
Mitgliedschaft bei der Group of Thirty
Die Mitgliedschaft des EZB-Präsidenten Draghi bei der Group of Thirty (G30) wurde erstmals 2012 in einer Beschwerde der BrĂźsseler Anti-Lobby-Gruppe âCorporate Europe Observatoryâ (CEO) kritisiert. CEO stellte einen klaren Interessenkonflikt zwischen dem Mandat und der Mitgliedschaft in einer privaten Lobbyorganisation der Finanzwirtschaft fest.cite-ref-119[119] Der damalige EU-BĂźrgerbeauftragte Diamandouros wies die Beschwerde mit dem Hinweis zurĂźck, die G30 sei keine Lobbyorganisation.cite-ref-120[120]
Mit Ăbernahme der Bankenaufsicht durch die EZB im November 2014 sah CEO den Interessenkonflikt verschärft und reichte erneut eine Beschwerde ein. Im Januar 2017 ordnete die BĂźrgerrechtsbeauftragte OâReilly eine Untersuchung an. Im Abschlussbericht bestätigte OâReilly den Interessenkonflikt und sah die Unabhängigkeit der EZB kompromittiert. AuĂerdem entspräche die Mitgliedschaft Draghis in der G30 nicht der etablierten internationalen Praxis. Sie rĂźgte die Weigerung der EZB, ihrer Empfehlung zu folgen und die Mitgliedschaft Draghis in der G30 zu beenden.cite-ref-121[121]
Weblinks
Commons
: Mario Draghi
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Mario Draghi auf der Website der Banca dâItalia (englisch, italienisch)
⢠Draghi, Mario. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom.
⢠Mario Draghi. In: EncyclopÌdia Britannica. Abgerufen am 23. Februar 2021 (englisch).
⢠Literatur von und ßber Mario Draghi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von Mario Draghi bei Open Library
⢠Mario Draghi in: Internationales Biographisches Archiv 07/2020 vom 11. Februar 2020, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
⢠Videos von und ßber Mario Draghi im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek
⢠VerÜffentlichungen von Draghi im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN)
⢠Normeintrag im Opac des SBN
Einzelnachweise
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